Gutes nicht zerreden, sondern Chancen nutzen und handeln
Aug 19th, 2008 | By pressrelations | Category: Politik DeutschlandBerlin (pressrelations) -
Gutes nicht zerreden, sondern Chancen nutzen und handeln
Zur Debatte um den Einsatz von Betreuungskraeften in Pflegeheimen erklaert die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Carola Reimann:
Die Debatte vermittelt den Eindruck, der Gesetzgeber habe still und heimlich mit der diesjaehrigen Pflegereform eine Leistungskuerzung fuer die Heime beschlossen, die zu einer schlechteren Versorgung der dementen Patienten in den Heimen fuehre. Aber auch durch vielfaeltige Aeusserungen von Pflegeexperten wird diese unsinnige Interpretation des Gesetzes nicht wahr.
1. Tatsache ist: Betreuungskraefte sind keine Fachpflegekraefte. Sie sollen sie in keiner Weise ersetzen und verdraengen, sondern sie sollen sie unterstuetzen.
Es ist ein Angebot an die Einrichtungen, zur besseren Betreuung ihrer Bewohner zusaetzlich Betreuungskraefte einzustellen, die demente Patienten zum Beispiel bei Spaziergaengen begleiten, Vorlesen oder sonstige Betreuungsleistungen uebernehmen. Diese Betreuungskraefte arbeiten nicht allein, sondern in einem Team mit erfahrenen und qualifizierten Fachkraeften.
2. Tatsache ist: Kein Heim wird gezwungen, Betreuungskraefte einzustellen, die es fuer unqualifiziert und ungeeignet haelt. Es gelten hier die gleichen Regeln wie bei der Anstellung des uebrigen Personals.
3. Tatsache ist: Es gibt noch nicht genug Betreuungskraefte. Es waere aber im Interesse der Pflegebeduerftigen, wenn diese verbesserte Betreuung so schnell wie moeglich umgesetzt werden koennte.
Insofern ist das Bemuehen der Agentur fuer Arbeit sehr zu begruessen, auch Arbeitslose anzusprechen, sie auf den neu geschaffenen Taetigkeitsbereich aufmerksam zu machen und entsprechend Interessierte zu qualifizieren. Es ist eine grosse Chance, wieder eine sozialversicherungspflichtige Taetigkeit aufzunehmen. Genauso klar ist auch, dass niemand zu dieser Taetigkeit gezwungen werden kann.
4. Tatsache ist: Es fuehrt zu einer unnoetigen Verunsicherung der Pflegebeduerftigen und ihrer Angehoerigen, wenn immer wieder der Eindruck erweckt wird, dass im Heim die 'Billig-Pflege' Vorrang bekommt. Gerade die Betreuungskraefte uebernehmen Aufgaben, die oft von Familienangehoerigen erbracht werden. Vielen Angehoerigen ist es aus Altersgruenden oder weil sie im Beruf beansprucht werden oder sie zu weit entfernt wohnen, nicht moeglich, sich um ihren dementen Angehoerigen zu kuemmern. Daher ist die Verbesserung der Betreuungssituation eine Entlastung der Angehoerigen. Sie wissen: Auch im Heim ist mein Angehoeriger gut betreut.
Fazit: Es waere schoen, wenn nicht immer erst alles zerredet wuerde, sondern die Pflegeverbaende ihren Heimtraegern aufzeigen wuerden, welche Verbesserungen mit Betreuungskraeften moeglich sind.
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