Eine sichere Bahn verlangt hohe Qualitaetsstandards

Aug 19th, 2008 | By pressrelations | Category: Politik Deutschland
Berlin (pressrelations) -
Eine sichere Bahn verlangt hohe Qualitaetsstandards
Zur der Diskussion um die Sicherheit der ICE3-Zuege erklaert der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Uwe Beckmeyer:
Die Sicherheit der Fahrgaeste der Bahn in Deutschland hat oberste Prioritaet. Nach dieser Maxime handelt das Eisenbahnbundesamt (EBA). Es ist als eigenstaendige Aufsichts- und Genehmigungsbehoerde des Bundes fuer die Einhaltung hoher Qualitaetsstandards auf der Schiene in Deutschland verantwortlich.
Die aktuelle Kritik am EBA von Seiten der Verantwortlichen der DB AG ist voellig fehl am Platz. In der Vergangenheit gab es keine Indizien fuer ueberzogene oder ungerechtfertigte Reaktionen und Anweisungen. Das EBA ist verpflichtet, jedem auch noch so geringen Verdacht, der die Sicherheit der Passagiere im Bahnverkehr beeintraechtigen koennte, nachzugehen. Das EBA macht seine Hausaufgaben sehr gut und professionell.
Fest steht: Nach dem Bruch einer Verbindungsachse des ICE3 am 9.Juli 2008 hat das Eisenbahnbundesamt eine vollstaendige Untersuchung angeordnet. Vorsorglich wurden die Untersuchungsintervalle fuer diese Achsen auf 60.000 km reduziert. Im Rahmen dieser Untersuchung stellte das Fachpersonal der DB AG selber fest, dass bei Achsen diesen Typs, die in 17 mehrsystemfaehigen Fahrzeugen auch international (Belgien, Niederlande, Frankreich) zum Einsatz kommen, der Dauerfestigkeitsnachweis zur Zeit nicht entsprechend der europaeischen Normung vorliegt.
Das EBA handelte daraufhin nachvollziehbar und richtig: Es erliess am 12. August 2008 einen Bescheid an die DB Fernverkehr AG, nachdem ab sofort die mechanisierte Ultraschallpruefung der Treib- und Laufradsatzwellen wiederkehrend in einem verkuerzten Intervall durchgefuehrt werden muss.
Weiterhin ueberprueft das EBA derzeit die Einhaltung der anerkannten Regeln der Technik einschliesslich der europaeischen Normen und aller aus dem Eisenbahnbetrieb einfliessenden Faktoren fuer die ICE3-Zuege.
Mit der Weiterentwicklung der Bahnreform und der aktuellen Teilprivatisierung wollen wir die DB AG fit machen fuer die Zukunft. Es ist daher nachvollziehbar, wenn Verantwortliche der DB AG sich potenziellen Investoren so gut wie moeglich praesentieren und die Braut im rechten Licht erscheinen lassen wollen. Allerdings hat das auch seine Grenzen, naemlich dann, wenn es um die Sicherheit des Bahnverkehrs geht. Das EBA handelt im gesetzlichen Auftrag fuer Sicherheit und Ordnung. Auch in diesem Zusammenhang muessen Sachargumente wieder den Vorzug vor Polemik und Anschuldigungen bekommen.
Das Bahn-Management sollte seine Energie lieber auf die Entwicklung eines attraktiven Preissystems verwenden, dass die Kapazitaetsauslastung der Zuege steigert und Vielfahrer belohnt, statt durch die Ankuendigung von Fahrpreis-erhoehungen Stammkunden zu vergraulen.
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