UNICEF: 700.000 Kinder brauchen weiter Hilfe

Jul 29th, 2008 | By Administrator | Category: Gesellschaft, Meist gelesen

Drei Monate nach dem Zyklon Nargis

Drei Monate nach dem verheerenden Zyklon „Nargis” sind in Myanmar nach Schätzungen von UNICEF weiter rund 700.000 Kinder und Jugendliche auf Hilfe angewiesen. Trotz der massiven Zerstörungen und der Behinderung der internationalen Hilfe gelang es zwar, im Katastrophengebiet den Ausbruch von Seuchen zu verhindern und die Familien notdürftig mit Nahrung, Trinkwasser, Medikamenten und Plastikplanen zu versorgen. Mit Unterstützung von UNICEF haben auch in vielen Orten provisorische Schulen ihre Arbeit aufgenommen.

Doch für Hunderttausende Familien ist die Situation weiter schwierig. So haben nach einem aktuellen UNICEF-Lagebericht viele Familien nicht genug zu essen. Eine Untersuchung der UN stellte fest, dass 40 Prozent der Haushalte sämtliche Lebensmittelvorräte verloren haben. UNICEF schätzt, dass allein 60.000 Kinder in den verwüsteten Gebieten therapeutische Spezialnahrung oder angereicherte Nahrungsmittel benötigen, um sie vor akuter Mangelernährung zu bewahren.

Derzeit befinden sich elf UNICEF-Teams mit insgesamt 68 Mitarbeitern in den verwüsteten Gebieten. Seit Anfang Mai hat UNICEF 64.000 Kartons mit nahrhafter Erdnusspaste und 55.000 Kartons mit hochproteinhaltigen Keksen sowie therapeutische Milch verteilt. 190.000 Moskitonetze zum Schutz vor Malaria wurden ausgegeben und Medikamente, Impfstoffe und Vitamin-A-Tabletten für 600.000 Menschen bereitgestellt. UNICEF unterstützte auch die Reparatur von 1.300 Grundschulen und lieferte Schulmaterial für Zehntausende Kinder.

Während die Notaufnahmelager nach und nach geschlossen werden sollen, wissen die Familien nicht, wie sie in ihren verwüsteten Dörfern neu anfangen können. Viele Väter mussten ihre Frauen und Kinder allein lassen, um Arbeit zu suchen. Zahlreiche Orte sind nur durch Boote oder aus der Luft erreichbar.

UNICEF ruft dazu auf, den langfristigen Wiederaufbau in den verwüsteten Gebieten zu unterstützen. „Die Lage der Kinder hat sich etwas verbessert und gefährliche Epidemien wurden verhindert. Aber unsere Hilfe für die Kinder und ihre Familien muss weitergehen”, sagt der Leiter von UNICEF-Myanmar, Ramesh Shresta.

Schätzungsweise 2,4 Millionen Menschen im Irrawaddy-Delta und im Großraum Rangun waren von dem Wirbelsturm „Nargis” Anfang Mai betroffen. 140.000 starben. Drei Viertel der Gesundheitsstationen, 4.000 Schulen und 700.000 Häuser wurden zerstört oder beschädigt. Hunderte Kinder wurden von ihren Angehörigen getrennt.

So hat UNICEF geholfen
Gesundheit: UNICEF hat große Mengen Medikamente wie ORS (Oral Rehydration Salts), Antibiotika, Infusionen, Impfstoffe und Vitamin A in die betroffenen Gebiete gebracht. Damit können 600.000 Menschen gegen Durchfall, Malaria und Denguefieber behandelt werden. Rund 190.000 Moskitonetze und 21.000 Geburtshilfesets wurden verteilt. Zum Schutz der Arbeiter, die sich um die Beseitigung der Leichen kümmern, hat UNICEF 57.662 Masken sowie 28.432 Handschuhe bereitgestellt.

Ernährung: In allen Notaufnahmelagern haben die Kinder Vitamin-A-Tabletten zur Nahrungsergänzung erhalten. Zur speziellen Therapie mangelernährter Kinder verteilte UNICEF gemeinsam mit dem „Nationalen Rat für Ernährung” (National Nutrition Council) 64.000 Kartons mit nahrhafter Erdnusspaste, 55.000 Kartons mit proteinhaltigen Kekse, therapeutische Spezialnahrung sowie ReSoMal, eine Rehydrationslösung. UNICEF hat zudem lokales medizinisches Personal in der Behandlung stark unterernährter Kinder geschult.

Wasser und Hygiene: Um den Ausbruch von Seuchen zu verhindern sorgt UNICEF in den acht am meisten betroffenen Gebieten für sauberes Wasser. Sieben Wasseraufbereitungsanlagen sind bereits installiert, drei weitere sollen noch folgen. Neben Materialien zur Wasserreinigung wurden 100.000 Kanister und Plastikeimer sowie Waschmittel verteilt. UNICEF hat auch begonnen, zerstörte Leitungen und Brunnen zu reparieren. Langfristig sollen 400 neue Brunnen installiert werden. Außerdem wurden 28.000 Bausets für Latrinen an Familien übergeben. UNICEF hilft, auch Schulen und Gesundheitseinrichtungen mit Latrinen auszustatten.

Bildung: Um den Kindern so bald wie möglich wenigstens einen provisorischen Schulunterricht zu ermöglichen, hat UNICEF Baumaterial, Planen und Schulzelte zur Verfügung gestellt. Bisher wurden über 1.300 Grundschulen unterstützt. UNICEF hat zudem 749 „Schulen in der Kiste” mit Stiften, Heften und Lehrmaterial für jeweils 80 Schüler verteilt. Auch 129.000 Schulsets für Kinder und 776 Kisten mit Spiel- und Sportsachen wurden bereitgestellt. Lehrer erhalten zudem Anleitung, wie sie traumatisierten Kindern helfen können.

Kinderschutz: UNICEF kümmert sich um Kinder, die ihre Eltern verloren haben oder von ihnen getrennt wurden. Gemeinsam mit Partnern wurden bisher 616 unbegleitete Kinder registriert und die Suche nach Angehörigen begonnen. Die Kinder werden durch ein Pflegeeltern-Programm betreut. In den Notaufnahmelagern richtete UNICEF 51 Kinderschutzzonen ein.

Spendenkonto 300.000, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00, Stichwort: Myanmar/Burma
oder Spenden im Internet unter www.unicef.de

Die Bundesbürger haben die UNICEF-Hilfe in Myanmar bisher mit über zwei Millionen Euro unterstützt. Hierfür bedanken wir uns herzlich.

Spenden an UNICEF sind selbstverständlich steuerlich absetzbar.
Weitere Informationen unter www.unicef.de

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