UNICEF: Tausende Kinder suchen ihre Eltern

Mai 11th, 2008 | By Robi | Category: Allgemein, Meist gelesen

UNICEF-Botschafter Joachim Fuchsberger ruft in einer Audio-Botschaft zu Hilfe für die Kinder in Myanmar auf: Aufruf als MP3-Audio

Köln, 10.5.2008
Knapp eine Woche nach dem verheerenden Zyklon wird die Situation der Kinder in Myanmar immer schwieriger. Tausende Kinder haben ihre Eltern verloren oder wurden von ihnen getrennt. Allein in der Ortschaft Myaing Mya schätzt UNICEF die Zahl unbegleiteter Kinder auf 2.000. Sie wurden zusammen mit 15.000 Obdachlosen aus der völlig zerstörten Stadt Laputta dorthin gebracht. UNICEF bereitet zusammen mit Partnern die Registrierung und Versorgung unbegleiteter Kinder im Irrawaddy-Delta vor.

In den überfüllten und unhygienischen Notunterkünften leiden besonders die Kleinkinder und schwangeren Frauen. UNICEF verhandelt mit den lokalen Behörden, um so rasch wie möglich spezielle Kinderzonen in den Lagern einzurichten. In zwei Lagern in Hlaing Thar Yar werden heute die ersten zwei Kinderzonen für 700 Kinder ihre Arbeit aufnehmen.

Mit Lastwagen bringt UNICEF in enger Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz Myanmar Medikamente und andere Hilfsgüter in die Lager. Mitarbeiter von UNICEF überwachen die Verteilung. Gleichzeitig kontrollieren sie den Gesundheits- und Ernährungszustand der Kinder. UNICEF bereitet auch die Einrichtung von therapeutischen Ernährungszentren vor. Hierfür werden Spezialnahrung, Medikamente und Vitamin-Tabletten beschafft sowie Gesundheitshelfer angeleitet.

Aktuelle Informationen aus einzelnen Bezirken

Bezirk Bogaly: Im Bezirk Bogaly leiden die Überlebenden unter akutem Wassermangel, da Teiche und Wasserreservoirs durch Leichen und Tierkadaver verseucht sind. Die Überlebenden versuchen verzweifelt sauberes Wasser aus Nachbargemeinden zu pumpen. Das örtliche Krankenhaus ist völlig überfüllt. Jeden Tag suchen 5.000 bis 6.000 Menschen dort Hilfe. In 50 Camps halten sich 20.000 Menschen auf. Weil Schutzunterkünfte überfüllt sind, werden die Menschen in Nachbarorte gebracht. UNICEF stellt große Mengen Medikamente bereit. UNICEF hat dem Burmesischen Roten Kreuz Lastwagen zur Verteilung von Hilfsgütern zur Verfügung gestellt

Bezirk Laputta: In Laputta suchen 150.000 Obdachlose Hilfe. 10.000 Menschen wurden in nörtlich gelegene Ortschaften gebracht. UNICEF-Helfer berichten, dass in der Ortschaft Myaing Mya inzwischen 17 Camps eingerichtet wurden.

Bezirk Mawlamyinegyun: Weiterhin gibt es nur bruchstückhafte Informationen aus diesem Bezirk. Die Hälfte der 757 Dörfer ist schwer beschädigt. 20.000 Menschen suchen in 20 Notaufnahmelagern Zuflucht. Offiziell ist bisher von 1.000 Toten in der Region die Rede. Die tatsächliche Zahl liegt vermutlich zehnmal so hoch. Aus einer Ortschaft mit 400 Bewohnern haben nur 20 überlebt. UNICEF liefert heute Medikamente gegen Durchfall, Geräte und Tabletten zur Wasserreinigung in den Bezirk.

Bezirk Pyapon: Hier suchen 16.000 Menschen in 35 Lagern Zuflucht Die Menschen brauchen dringend Nahrungsmittel, Zelte,Plastikplanen und sauberes Wasser. Die hygienischen Zustände in einem Lager sind grauenvoll. 3.500 Menschen müssen sich fünf Latrinen teilen. UNICEF hat Erste-Hilfe-Pakete, Medikamente gegen Durchfall sowie Geräte und Materialien zur Wasseraufbereitung verteilt.

UNICEF ruft dringend zu Spenden für die Opfer des Zyklons in Myanmar auf:

Spendenkonto 300.000, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00

Stichwort: Myanmar/Burma

oder Spenden im Internet unter www.unicef.de

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