Aktueller Greenpeace-Test: Weniger Pestizide in Erdbeeren

Apr 24th, 2008 | By pressrelations | Category: Forschung
Hamburg (pressrelations) -
Aktueller Greenpeace-Test: Weniger Pestizide in Erdbeeren
Grenzwertverstöße noch bei Ware von Lidl und einem Bio-Erzeuger
Die Belastungen von Frueh-Erdbeeren mit giftigen Pestiziden sind nach einem aktuellen Greenpeace-Test deutlich gesunken. Zwar fand das beauftragte Labor noch immer in 78 Prozent (21 der 27 Proben) der getesteten Ware aus konventionellem Anbau Rueckstaende von Pestiziden. Doch als ‘nicht empfehlenswert’ beurteilt Greenpeace nur sieben Prozent (je eine Probe von Aldi und Lidl) der Test-Erdbeeren aus dem Angebot der sechs fuehrenden deutschen Supermarktketten. Im Jahr 2004 waren dies noch 14, 2005 immerhin 11 Prozent. Zudem wurde gegen gesetzliche Auflagen verstoßen: In einer Probe von Lidl und einer Bio-Probe der spanischen Firma ‘Bionest’ wurden Grenzwerte ueberschritten. Als Reaktion auf die Greenpeace-Pestizid-Kampagne haben alle großen deutschen Supermarktketten zwischen 2006 und 2007 verschaerfte Standards und Kontrollen fuer Pestizid-Rueckstaende eingefuehrt.
‘Die deutschen Verbraucher bekommen endlich weniger Gift auf den Teller’, sagt Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace. ‘Nach jahrelangem Anstieg sinken die Pestizidbelastungen bei bisherigen Problemprodukten wie Trauben, Paprika und jetzt auch Erdbeeren. Haendler, die immer noch zu stark belastete Ware verkaufen, muessen von den Überwachungsbehoerden zur Raeson gebracht werden.’ Greenpeace fordert Produzenten und Handelsketten auf, moeglichst rueckstandsfreie Ware anzubieten. 327 besonders gefaehrliche Pestizide aus der ‘Schwarzen Liste’ von Greenpeace sollen nicht mehr eingesetzt werden.
Bei einer Warenprobe von Lidl in Hannover wurde die Akute Referenzdosis (ARfD) ueberschritten - diese Beeren koennen fuer Kinder akut gesundheitsgefaehrdend sein. Eine von vier Proben von Bio-Erdbeeren ueberschritt den pauschal geltenden Bio-Hoechstwert von 0,01 Milligramm pro Kilo. Die in Hamburg verkaufte Ware haette nicht als Bioware verkauft werden duerfen. Diese gefundene Belastung koennte auch von Verwehungen aus einem gespritzten Nachbarfeld stammen. Greenpeace fordert die Bio-Branche auf, Produktion und Rueckstaende strikt zu kontrollieren.
Rewe startete dieses Jahr die Vermarktung von Erdbeeren der Marke ‘Best Alliance’, die der Konzern in Kooperation mit dem Chemiekonzern BASF, der Naturschutzorganisation WWF und Vertragsbauern in Spanien produzieren laesst. Die sechs jetzt getesteten Proben dieser Marke waren zwar geringer belastet als der Durchschnitt der Referenzware. Doch wiesen die ‘Best-Alliance’-Beeren Rueckstaende einiger besonders gefaehrlicher Pestizide auf. Inzwischen sagte Rewe Greenpeace zu, die Liste der im Anbau zulaessigen Pestizide zu ueberarbeiten.
Der Test bestaetigt erneut Fehler bei der Festlegung von Grenzwerten. In einer Probe wurde zwar die ARfD ueberschritten, nicht aber die deutsche Hoechstmenge. So kann gesundheitgefaehrdende Ware gesetzeskonform verkauft werden. Verantwortlich ist das Bundesamt fuer Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Greenpeace fordert vom zustaendigen Minister Horst Seehofer (CSU), die Grenzwerte unverzueglich ueberpruefen zu lassen.
URL: www.greenpeace.de

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