Coco Chanel - “Königin der Haute Couture”
Jan 9th, 2008 | By Robi | Category: PortraitCoco Chanel , am 19. August 1883 in Saumur an der Loire geboren, revolutionierte mit dem ” Kleinen Schwarzen”, dem Parfüm “Chanel N° 5″ sowie den klassischen zweiteiligen Chanel-Kostümen die Mode des 20. Jahrhunderts nachhaltig und machte Paris zum Modezentrum der Welt.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=oEBC4ou3_20&feature=related[/youtube]Sie kürzte die Röcke, entwarf Hosen und Badeanzüge für Frauen, kreierte die ersten Schuhe mit Fersenriemchen und machte Modeschmuck salonfähig.
Die “Königin der Haute Couture” , welche bereits zu Lebzeiten als Legende galt, spiegelt mit ihrer Lebensgeschichte eine ganze Epoche wieder und prägte Sätze wie :”Mode ist vergänglich - Stil niemals. Chanel ist ein Stil” oder “Der Stil, das bin ich”. Coco Chanel, unter dem bürgerlichen Namen Gabrielle Chasnel geboren, wuchs als zweite uneheliche Tochter von sechs Kindern eines Hausierers in ärmlichen Verhältnissen auf. Nach dem Tod ihrer Mutter kam sie mit zwölf Jahren in die Obhut eines Waisenhauses des katholischen Klosters von Aubazine. Im Alter von sechzehn Jahren war sie zunächst als gelernte Näherin tätig und zog später nach Paris. Mit zwanzig Jahren arbeitete sie als Angestellte in einem Baby- und Aussteuergeschäft und nahm nebenbei Näh- und Schneideraufträge an. In der französischen Hauptstadt verdingte sie sich auch als Tänzerin und Sängerin. Auftritte mit Liedern wie “Qui a vu Coco?” in den Nachtbars von Moulins brachten ihr den Bühnen- und späteren Rufnamen “Coco”.
Die Liaison mit dem Offizier Étienne Balsan (1880-1953), Sohn eines Pariser Industriellen, verschaffte Coco Chanel den Aufstieg in die gehobene Gesellschaft. Mit seiner finanziellen Unterstützung eröffnete sie als Modistin 1910 ein Hut-Atelier. Chanel verzichtete in einer Zeit der überladenden Mode auf schmückendes Beiwerk wie Federn, Tüll oder Schleifen und fand mit ihrem schlichten Stil, besonders in Schauspieler –Kreisen, großen Anklang. Zusätzlich begann sie nach dem Credo “weniger ist mehr” Kleider zu entwerfen. Ermöglicht durch einen Kredit ihres späteren Geliebten, dem britischen Bergwerksbesitzer Arthur Capel († 1922), eröffnete Coco Chanel 1911 ihr erstes Modehaus in Paris. Weitere Modesalons folgten in den Jahren 1913 bis 1915 in den Seebädern Deauville und Biarritz.
Sie entwickelte mit ihren lässig sportlichen Kreationen aus Baumwoll-Jersey, schlicht und in klarer Linie, einen neuen funktionalen Modetrend.
Ein Jahr später konnte Coco ihre Schulden begleichen und damit ihre Unabhängigkeit sicherstellen. Sie beschäftigte über 300 Näherinnen. Die Anzahl der Mitarbeiter wuchs im Laufe der Jahre von 300 auf 4000. Chanels Mode wurde in dieser Zeit von der amerikanischen Vogue zum „Inbegriff der Eleganz“ erklärt.
Neben der Mode ließ sich Coco Chanel von der Welt der Düfte inspirieren.
Mit der Kreation des Parfüms Chanel N° 5 gelang ihr und dem von ihr gegründeten Unternehmen „Parfums Chanel“ der finanzielle und internationale Durchbruch. Der Duft, später durch Produkte zur Schönheitspflege ergänzt, gehört heute noch zu den Klassikern. Es war das erste Parfum mit einer einzigartigen Aldehyd-Note.
Die Mode aus dem Hause Chanel sorgte in den zwanziger Jahren für mehr Bewegungsfreiheit: das Korsett verabschiedete sich aus der Haute Couture, die Badeanzüge wurden bequemer und neue Stoffe sorgten für ein angenehmes Tragen. Im Jahr 1926 entwarf Coco das “Kleine Schwarze “, ein Kleid, dessen Schnitt sie weltweit berühmt machte. Inspiriert durch Schottlandreisen und neuen Materialien kamen zwei Jahre später die ersten Tweed-Kostüme auf den Markt - die klassischen Stil-Elemente ihrer Kollektionen haben bis heute nichts an Aktualität verloren.
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Coco Chanel avancierte zu einer erfolgreichen Geschäftsfrau. Begleitet wurde sie in Ihrer Schaffensphase von zahlreichen Liebhabern und berühmten Männern: Sergej Diaghilev, Pablo Picasso, Jean Cocteau, Igor Strawinski.
Ihre private Beziehunge zum russischen Großfürsten Dimitri Pawlowitsch, dem Neffen des Zaren, scheiterten ebenso wie die Verbindung mit Hugh Richard Arthur Grosvenor, dem Herzog von Westminster (1879–1953) . Anfang 1930 geriet Coco Chanel in die Schlagzeilen, weil sie mit den Nationalsozialisten sympathisierte. In dieser Zeit lernte sie den Sonderbeauftragten des Reichspropagandaministeriums in Frankreich, Hans Günther von Dincklage (geb. 1896), kennen und lieben.
Während Coco Chanel in den Zeiten des ersten Weltkrieges (1914-1918) ihre Modehäuser nicht geschlossen hatte, zog sich die Schöpferin während des zweiten Weltkrieges (1939-1945) vollständig aus dem Geschäftsleben und den damit verbundenen Aktivitäten zurück. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges fiel Coco Chanel in Ungnade und verbrachte einige Jahre im Schweizer Exil. Jahre später kehrte die Modeschöpferin nach Paris zurück und arbeitete an einem Comeback.
1954 eroberte die mittlerweile 71- Jährige, angeregt von den Uniformen aus Kriegszeiten, erneut die Pariser Haute Couture. Die Kritiker zeigten sich von Chanels unverändert schlichtem Stil enttäuscht, aber der überwältigende Erfolg der Tweed-Kostüme mit den aufgesetzten Taschen und den Borten reichte bis in die Vereinigten Staaten.1955 bekam die “Grande Mademoiselle” in Dallas den Oscar der Mode verliehen.
Die bis ins hohe Alter aktive französische Designerin galt als Perfektionistin, überprüfte jede Naht persönlich und arbeitete bis zu ihrem Tod an weiteren Kollektionen.
Coco Chanel starb am 10. Januar 1971 im Alter von 87 Jahren in Paris, wo sie seit Jahrzehnten eine Suite im Hotel Ritz bewohnte. Trotz zahlreicher Liebschaften hat sie nie geheiratet.



