Erste Sitzung des neuen Stiftungsrates Zollverein
Dez 20th, 2007 | By Robi | Category: ArchitekturNeuorganisation auf Zollverein und Startschuss für das neue Ruhr Museum
Nach zweijährigen Verhandlungen zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen, dem Landschaftsverband Rheinland (LVR), der Stadt Essen, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und dem Regionalverband Ruhr ist nunmehr bei der Neuorganisation der Strukturen auf dem Welterbe Zollverein der Durchbruch gelungen. Zum ersten Mal tagt heute, am 19. Dezember 2007, in der ehemaligen Kohlenwäsche auf Zollverein Schacht XII der neue Stiftungsrat der Stiftung Zollverein, dem folgende Mitglieder angehören: Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, Staatssekretär für Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen, Günter Kozlowski, Staatssekretär im Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Hermann Marth, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der RAG Immobilien AG Udo Molsberger, Direktor des Landschaftsverbandes Rheinland und Dr. Wolfgang Reiniger, Oberbürgermeister der Stadt Essen.
Der neue Stiftungsrat ist das neue oberste Entscheidungsgremium der Stiftung Zollverein. Er übernimmt die Aufgaben des amtierenden Vorstandes der Stiftung Zollverein, der nach neun Jahren seine Tätigkeit beendet und dankt diesem für sein langjähriges Engagement.
Der Stiftungsrat bestätigt den neuen Vorstand der Stiftung Zollverein, dem neben der bisherigen Geschäftsführerin Jolanta Nölle, Prof. Dr. Ulrich Borsdorf, Direktor des Ruhr Museum und Roland Weiss, Geschäftführer der Entwicklungsgesellschaft Zollverein mbH angehören. Den Vorsitz des Vorstandes übernimmt als Interimsvorstand Hans-Henning Schäfer, Märkische Revision. Des Weiteren beschließt der Stiftungsrat den Wirtschaftsplan der Stiftung Zollverein.
Gleichzeitig wird am heutigen Tag die neue unselbstständige Stiftung Ruhr Museum gegründet, die von der Stiftung Zollverein aufgenommen wird.
Mit diesen beiden Entscheidungen wurde der Weg frei gemacht für eine neue Organisationsstruktur auf Zollverein, die zukünftig besser als bisher die Entwicklung des Standorts „aus einem Guss“ ermöglichen soll. Perspektivisch soll auch die Entwicklungsgesellschaft Zollverein Bestandteil der neuen Organisationsstruktur werden.
Mit der Verabschiedung des Wirtschaftsplans der Stiftung Ruhr Museum und mit der Ernennung von Prof. Ulrich Borsdorf zum Direktor des neuen Ruhr Museums ist der Startschuss für das neue Ruhr Museum gefallen, das zum Herbst 2008 seine Pforten für das Publikum öffnen wird.
Die Finanzierung der Betriebskosten des Ruhr Museums werden zwischen Stadt Essen (2,5 Mio. €), dem Landschaftsverband Rheinland (bis zu 1,85 Mio. €) und dem Land Nordrhein-Westfalen (bis zu 1 Mio. €) aufgeteilt.
Zusätzlich unterzeichnen die drei Partner mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und dem Regionalverband Ruhr (RVR) einen Rahmenvertrag, der sich auch auf den gemeinsamen Betrieb des neuen Besucherzentrums bezieht.
Dr. Wolfgang Reiniger, Oberbürgermeister der Stadt Essen:
„Neben dem Neubau des Museum Folkwang hat die Stadt Essen mit der ehemaligen Kohlenwäsche ein weiteres spektakuläres Museumsgebäude gewonnen. Die Essener Museumslandschaft ist zum Kulturhauptstadtjahr 2010 in kaum für möglich gehaltenen Dimensionen neu geordnet, sodass sowohl für das Museum Folkwang als auch für das ehemalige Ruhrlandmuseum optimale Entwicklungsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven geschaffen sind.“
Das beachtliche Engagement des Landschaftsverbandes Rheinland beschreibt dessen Direktor Udo Molsberger so: “Als Träger von insgesamt sechs Museen im Rheinland, darunter das Rheinische Industriemuseum mit sechs Schauplätzen, verfügt der Landschaftsverband Rheinland über entsprechende Kompetenz, insbesondere auch in Form der musealen Vermittlung von Industriekultur. Mit dieser Unterstützung kommt der Landschaftsverband Rheinland seiner Verpflichtung nach, das kulturelle Erbe in der Region zu bewahren und zu präsentieren.”
Staatssekretär Grosse-Brockhoff und Staatssekretär Kozlowski als Stiftungsratsmitglieder:
„Die neue Struktur kommt gerade rechtzeitig, um das Zollverein-Gelände für die Kulturhauptstadt 2010 noch attraktiver machen zu können. Das neue Ruhr Museum und das Besucherzentrum in der Kohlenwäsche werden neue Publikumsmagneten auf Zollverein sein“.
Heinz-Dieter Klink, Direktor Regionalverband Ruhr (RVR):
„Mit seinem Engagement hilft der Regionalverband Ruhr das Weltkulturerbe Zollverein dauerhaft zu sichern und seine Attraktivität weiter zu steigern. In dem neuen Besucherzentrum stimmen wir die Gäste auf eine Reise entlang der Route der Industriekultur ein. Und natürlich werden von hier aus die Besucher im Jahr 2010 ihre Entdeckungstour in die neue europäische Kulturmetropole Ruhr starten.“
LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch:
„Der LWL beteiligt sich an den Betriebskosten des Besuchszentrums auf Zollverein, wenn dieses ein Portal der Industriekultur in NRW wird. Das Besucherzentrum soll Appetit auf die Industriemuseen des LWL und des LVR machen, die die Industriegeschichte des Ruhrgebiets als arbeitende Museen erlebbar machen.“
Mehr Information: www.zollverein.de





